In jedem Jahr, am 2. Sonntag im September, feiert man in Angermund Schützenfest. Ein Fest, nicht nur für die Schützen, sondern für alle Angermunder Bürger und Besucher aus den Nachbargemeinden. Für viele Bürger ist dieses Fest aber auch der einzige Kontakt zu den Schützen. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Schützen oft nur als eine "feucht fröhlich feiernde Männertruppe" wahrgenommen werden. Ein zwar leider weitverbreitetes Bild, das aber, alle die im Schützenwesen aktiv sind wissen es, nicht der Realität entspricht.
Im folgenden möchte ich für einige zur Erinnerung, für andere zur Information , einen kurzen Rückblick in unsere lange Geschichte, auf unsere Traditionen, aber auch auf unsere heutigen Aufgaben und Ziele geben
Im September 2011 feierte unsere Bruderschaft ihr 500. Schützenfest , d.h. sie wurde ein halbes Jahrtausend alt! 500 Jahre, ein Zeitraum, den wir in seiner Gesamtheit kaum übersehen können, mit Höhen und Tiefen, mit unterschiedlichsten Herrschafts- und Gesellschaftsformen, mit Kriegen und mit einem einzigartigen Wandel im Bereich der Technik.
Wie fast überall im Rheinland waren es Notzeiten, die zum Zusammenschluss der Bürger in wehrhafte oder kirchliche Bruderschaften führte. Zu den Letzteren gehörte unsere Bruderschaft von jeher, und sie leistete Hilfe bei Seuchengefahr durch Pest oder Cholera, bei der Pflege von Alten und Kranken und sie kümmerte sich um die Armen des Ortes.

Das Gründungsdatum der meisten Bruderschaften unserer Umgegend liegt zwischen 1430 und 1470. Unsere Bruderschaft wurde wahrscheinlich etwa 1450 gegründet, doch ist dieser Vorgang urkundlich nicht zu belegen.
Erstmals urkundlich erwähnt wird die Bruderschaft Angermund 1511 und demzufolge kann nur dieses Jahr als Gründungsjahr angenommen werden. Leider sind die ältesten Aufzeichnungen 1729 bei einem Kirchenbrand vernichtet worden.
Als Schutzpatron erwählte sie St.Sebastianus. Der Legende nach wurde Sebastianus, obwohl Heerführer im römischen Heer, auf Befehl von Kaiser Diocletian an einen Pfahl gebunden, um wegen seines Glaubens mit Pfeilen erschossen zu werden. Doch die natürlichen Pfeile erwiesen sich als unwirksam, und deshalb, so der Glaube, musste er auch gegenüber übernatürlichen und unsichtbaren Geschossen, den Giftpfeilen in Krankheits- und Unglücksfällen, gefeit bleiben.
Zu den Aufgaben der Sebastianus- Bruderschaften gehörte auch die Teilnahme an kirchlichen Festen und die Begleitung von Prozessionen mit ihrem Banner.
Aber auch der Schutz Angermunds vor Räubern und Dieben und die Verteidigung in kriegerischen Zeiten gehörte zu den Pflichten der Schützenbrüder. (Schützenbruderschaft kommt ursprünglich von dem Schützen vor Übergriffen).